Wie Schmerz funktioniert- Zentrale Sensibilisierung

03.06.2016

 

 

 

 Schmerzen an sich, sind in der Lage die Arbeitsweise des zentralen Nervensystems zu verändern, was dazu führen kann das ein Patient bei geringerem Anlass mehr Schmerzen verspürt.

Da der Sensibilisierung Veränderungen vor allem im zentralen Nervensystem zugrunde liegen wird sie Zentrale Sensibilisierung genannt. Auf diese Art und Weise sensibilisierte Patienten können auch leichten Druck, bishin zu alltäglichen Berührungen als schmerzend empfindenund zudem einen längeren Rückhall nach jedem schmerzhaftem Reiz wahrnehmnen. 

 

In extremen Fällen ist die Übersensibilisierung leicht zu erkennen, in anderen milderen Fällen jedoch nicht. Woher will ich wissen, das mein Schmerz schlimmer ist als er sein sollte, wenn ich nichts außer meine eigene Schmerzerinnerung als Referenzpunkt habe.

 

Die Existenz dieses neurologischen Phänomens ist anerkannt, was allerdings nicht klar ist, warum es manchen Menschen passiert, anderen nicht. Es könnte ein maßgeblicher Faktor in der Entstehung chronischen Schmerzes sein.

 

Man kann Zentrale Sensibilisierung als Schmerztrugbilder, als Schmerzhalluzination, verstehen. Anstelle z.B. grüne Spinnen an der Decke zu sehen nimmt man jedoch Schmerzen wahr, die absolut keinen Sinn machen. Diese Schmerztrugbilder sind eine persönliche innere Erfahrung, deren Gültigkeit mit keinen Mitteln verifiziert werden kann. Niemand kann einem Betroffenem Patienten sagen, Nein das ist nicht schmerzhaft, es gibt keinen Weg es zu als Außenstehender zu wissen. 

 

Schmerztrugbild bedeutet nicht, das der Schmerz nicht real ist, es sagt nur das etwas, was ohne die Sensibilisierung auch schmerzen würde, überdimensional verstärkt wird. Halluzinationen werden von realen neurologischen Problemen ausgelöst, genau so verhält es sich mit dem Schmerz auch. Wenn man Schmerz fühlt, wenn man ihn eigentlich nicht fühlen sollte, ist das Nervensystem selber geschädigt und nicht die Gewebe über die es Bericht erstatten sollte. Das Nervensystem ist beschädigt.

 

Neurologische Kenntnisse könnenin der Arbeit und der Kommunikation mit Klienten also mehr als hilfreich sein. Schmerz ist ein Warnsystem, und die zentrale Sensibilisierung ist folglich eine  Übersensibilisierung auf den Organismus bedrohlich erscheinende Signale. In der Behandlung von Patienten, insbesondere mit chronischen Schmerzen, ist Feingefühl vonnöten um diesen Alarm nicht auszulösen und die Situation zu verschlechtern. Eine No pain no gain Mentalität ist also nachweislich nicht förderlich, insbesondere für Menschen, die schon längere Zeit unter Schmerzen zu leiden hatten.                                                                                                                                                      

 

                                                          tbc

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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